Sparkassentag 2016 – Aufbruch in die digitale Welt

Beitragsbild Sparkassentag

In diesem Beitrag erwarten Sie allgemeine Informationen über den 25. Sparkassentag, ein persönlicher Eindruck von diesem wichtigen Treffen der Finanzwirtschaft, eine Zusammenfassung der von mir besuchten Vorträge sowie ein Fazit inklusive meiner persönlichen Highlights.

Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) hat mich eingeladen, im Rahmen meiner Tätigkeit als Referentin für Online-Kommunikation bei der Sparkasse Hochrhein, in der Online-Redaktion des Sparkassentags mitzuwirken und in sozialen Netzwerken live von der Veranstaltung zu berichten. Es hat mich gefreut, mein Institut auf diese Weise zu repräsentieren und die Online-Community durch meine Arbeit an den Vorträgen teilhaben zu lassen. Diesen Beitrag schreibe ich jedoch in meiner Freizeit und als Privatperson.

Der Sparkassentag ist das größte Treffen der Finanzwirtschaft in Europa und findet alle drei Jahre statt. An zwei Tagen beschäftigten sich Vertreter der Sparkassen-Finanzgruppe, Politik und Wirtschaft mit den aktuellen Herausforderungen und Zukunftsperspektiven.

Auf vier Bühnen und dem über 20.000m² großem Veranstaltungsareal wurden am 25. Sparkassentag die Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft diskutiert und nach umsetzbaren Lösungen gesucht. Zu den größten Aufgaben gehören die veränderten Kundenbedürfnisse sowie die Themen Regulierung, Niedrigszinsphase und Digitalisierung. Um zukunftsfähig zu sein, müssen die 409 deutschen Sparkasseninstitute ihre Strategie und ihr unternehmerisches Handeln an die veränderten Rahmenbedingungen anpassen.

Das diesjährige Motto der außergewöhnlichen Zusammenkunft von Impulsgebern, Sparkassen-Führungskräften, Fachleuten und Politikern lautete  “einfach anders”. Sparkassen unterscheiden sich anhand des öffentlichen Auftrags, der Gemeinwohlorientierung, der regionalen Verwurzelung sowie aufgrund des dichten Filialnetzes von anderen Banken. Auch die Organisationsstruktur und Unternehmenskultur ist “einfach anders”. Das Motto und der Fokus auf die Digitalisierung spiegelte sich in der Auswahl der 50 Referenten, der erstmaligen Anwesenheit von 250 Auszubildenden sowie der offenen Kommunikation per Livestream und Twitter-Hashtag #sparkassentag wieder.

 

Persönlicher Rückblick auf den 25. Sparkassentag in Düsseldorf

Diese Großveranstaltung diente natürlich auch der Selbstdarstellung des Sparkassenverbandes nach außen und innen und der Begegnung von Direktoren und Vorständen mit Spitzenpolitikern und Wirtschaftsvertretern. Neben Angela Merkel waren unter anderem Sigmar Gabriel und Sahra Wagenknecht eingeladen. Das Veranstaltungskonzept war offener als bei früheren Sparkassentagen. Das zeigte sich beispielsweise in der Beteiligung  von 250 Auszubildenden, die im Rahmen eines Azubicamps eigene Ideen und Visionen beisteuerten sowie durch den erweiterten Einsatz von digitalen Kommunikationsmedien. Mir hat besonders gut gefallen, dass durch die Auszubildenden der Altersdurchschnitt gesenkt und die Frauenquote erhöht wurde. Über die Kommunikation in sozialen Netzwerken wurde die hierarchieübergreifende Kommunikation gefördert sowie eine direkte Verbindung zur Online-Community geschaffen. Mein persönlicher Fokus lag auf den Vortragsthemen, die sich mit dem aktuellen heiß geführten Diskurs um die Zukunft der Bankbranche beschäftigten.

 

Zusammenfassung der interessantesten Aspekte der von mir besuchten Vorträge

Ich habe folgende Vorträge besucht, über die ich hier berichte

 

Rede der Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen Hannelore Kraft

Die erste Rednerin nach der Begrüßung von Herrn Fahrenschon war Hannelore Kraft. Die Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen betonte die Wichtigkeit des digitalen Wandels und dass die Aufgabe der Politik auch darin liege die Menschen beim digitalen Wandel zu unterstützen, beispielsweise in Form von schnellen Internetleitungen und einer modernen Bildungspolitik.

Hannelore Kraft  sieht Nordrhein Westfalen als Vorreiter beim Thema Digitalisierung zu, auch in Bezug auf Start-Ups und sogenannte “hidden champions”.”Wir können Wandel. Wir können Strukturwandel in NRW.” Anschließend lobte Sie die Sparkassen für Ihr Engagement “Die Bürgerinnen und Bürger bauen auf Sie und sie bauen mit Ihnen”.

Grundsatzrede des Präsidenten des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes Georg Fahrenschon

In seiner Grundsatzrede betonte Georg Fahrenschon, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, die verbindende Idee der Sparkassen, dass alle Menschen eine Grundlage für ein selbstbestimmtes Leben haben und das keine gesellschaftliche Gruppe durchs Raster fällt. “Wir wollen bei unserem soliden Geschäftsmodell bleiben: Kredite in der Region mit Einlagen aus der Region.” Das Kapital bleibe dabei in der Region und komme dort allen Menschen zur Gute, dadurch unterscheiden sich Sparkassen von anderen Banken. Sparkassen bieten, so Fahrenschon, ihren Kunden “finanzielle Lebensperspektiven”. Neben den Perspektiven für ihr Leben erwarten Kunden laut Fahrenschon “Stabilität, Aufbau und Schutz von Wohlstand, Verlässlichkeit sowie zukunftsorientierte Technologie”. Fahrenschon sprach in seiner Grundsatzrede auch kritische Themen an. So sprach er sich für eine höhere Eigenkapitalquote aus, um für mehr Stabilität in der Finanzbranche zu sorgen.

Auch das viel kritisierte Thema der Vorstandsgehälter sprach er an: “Wir stehen zu unseren Fehlern, aber stellen Sie schnellst möglichst ab. Wir erklären unser Verhalten transparent und nachvollziehbar. Aber der Schutz der Daten muss gewährt sein.” Fahrenschon sprach sich somit gegen eine Offenlegung der Vorstandsgehälter aus. Ich persönlich bin für mehr Transparenz, auch in Bezug auf Vorstandsgehälter. Fahrenschon leugnete nicht, dass die Zukunft einige Herausforderungen mit sich bringen wird: “Ja es kommen wirtschaftlich schwierige Zeiten zu und es gibt viele die uns als Marktführer gefährdet sehen, aber wer nur von Problemen spricht wird nicht als Zukunftslöser wahrgenommen.” Fahrenschon meint, dass die Sparkassen dank dem großen Vertrauen, das 50 Millionen Kunden und drei Viertel der Unternehmen in Sparkassen setzen, sowie der “Top-Führungsmannschaft”, gut für die kommenden Herausforderungen gewappnet sind. Meiner Meinung nach, müssen Sparkassen sich strategisch neu ausrichten, um zukunftsfähig zu sein. Das Verständnis, dass Sparkassen sich an die digitale Welt anpassen müssen ist vorhanden, geht mir persönlich aber nicht weit genug.

“Kunden müssen selber entscheiden können, wo sie bezahlen möchten.” Als Lösung sieht er das neue Bezahlverfahren paydirekt, mit dem Kunden online mit dem eigenen Girokonto zahlen können, ohne das die Kontodaten an den Händler oder amerikanische Server gegeben werden.  Am Ende seiner Rede kündigte er eine weitere Innovation im Bereich der modernen Technologien an: “Ab Herbst werden wir direkte Zahlungen von Handy zu Handy ermöglichen.

Rede der Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel

Angela Merkel betonte in Ihrer Rede, dass noch viel zu tun sei in Bezug auf den Abbau von Risiken: „Es darf nicht passieren, dass Steuerzahler wieder für Banken einspringen müssen, nur weil diese zu groß sind, um pleite zu gehen“, so die Bundeskanzlerin. Um Risiken in der Bankenbranche zu minimieren, sprach Sie für mehr Transparenz und Offenlegung aus.

Neben dem Fokus auf das Thema Sicherheit legte die Bundeskanzlerin in Ihrer Rede einen weiteren Schwerpunkt auf das Thema Digitalisierung. Daten werden, laut Angela Merkel, im Zuge der Digitalisierung, zum wesentlichen Teil der Wertschöpfungskette. Beim “big data mining”, also dem Auswerten der gesammelten Massendaten, sieht die Bundeskanzlerin in Deutschland großen Nachholbedarf. Die Digitalisierung stelle manch etabliertes Geschäftsmodell in Frage, so die Kanzlerin. Es geht laut Angela Merkel darum, die Balance zwischen Datenschutz und dem Umsetzen von Kundenwünschen zu finden. Ein effizienter Finanzmarkt brauche passgenaue, günstige Produkte. Am Ende ihrer Rede hat die Bundeskanzlerin noch eine wichtige Bitte:

Eine ausführlichere Zusammenfassung der Rede der Bundeskanzlerin inklusive Video finden Sie hier.

Gespräch: „Analog versus digital – oder doch beides?“

Diese Fragestellung wurde von Vertretern aus der Wirtschaft, Politik und der Finanzbranche diskutiert. Das Sparkassen was die Digitalisierung betrifft großen Nachholbedarf haben, stand nicht zur Debatte, sondern wie sich dieser Wandel auswirken wird und welche Rollen dabei die analogen Filialen spielen werden. Die Fachleute waren sich einig, dass “anywhere, anything, any time”  auch für Sparkassen gelten sollte. Dr. Dirk Vater (Bain & Company) betonte, dass es wichtig sei die Digitalisierung bestehender Prozesse parallel zur Erneuerung der Geschäftsmodelle zu organisieren.  “Für die digitale Transformation von Unternehmen müssen die Strukturen und Anreizsysteme stimmen”, bekräftigte Marianne Stroehmann (Google Deutschland).

Christoph Keese (Axel Springer) betonte die Notwendigkeit von Dispruption, im Sinne von tiefgreifenden Veränderungen und argumentierte für ein komplettes Umdenken: “Wir werden in der zukünftigen Welt nicht mehr in Kanälen denken! Es geht darum die Prozesse zu optimieren!”. Die Fachleute des Gesprächs waren sich einig, dass es nicht ausreichen wird analoge Prozesse zu digitalisieren, sondern das es notwendig ist, ein neues, digitales Geschäftsmodell zu etablieren. Dr. Dirk Vater (Bain & Company) ermahnte, dass viele Finanzdienstleistungen rein digital abbildbar sind: Komplexe Anlageberatung, Baufinanzierung und Altersvorsorge seien die einzigen analogen Dienstleistungen der Zukunft. Auch das Thema FinTechs wurde diskutiert. Interessanterweise wurden diese neuen Mitbewerber nicht als Konkurrenz, sondern als große Chance, um voneinander zu lernen und sich gemeinsam weiterzuentwickeln gesehen. Dirk Vater (Bain & Company) bewertet FinTechs als hilfreiche, disruptive Impulsgeber für die Finanzbranche. Sicher sei, dass die persönliche Beratung und die analoge Filiale in Zukunft weniger Bedeutung haben wird, als früher. Christoph Kees (Axel Springer) geht sogar so weit, dass er konkrete Zahlen nennt, die ein strategisches Umdenken unumgänglich machen.

Dr. Eva Lohse (Präsidentin Deutscher Städtetag) argumentierte dagegen, dass es immer Dienstleistungen geben wird, die von Mensch zu Mensch erfolgen. Was für eine Rolle die analoge Beratung beziehungsweise analoge Dienstleistungen haben werden, werden die Kunden mit ihren Händen und Füßen entscheiden, da sie dank der Digitalisierung immer mehr Einflussmöglichkeiten und Entscheidungsspielräume haben.

Gespräch „Fintech – Neuordnung der Finanzbranche?“

Helmut Schleweis, Vizepräsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, eröffnete das Gespräch über die disruptiven Mitbewerber in der Finanzbranche. Er ermahnt einerseits, dass der Wille zur Flexibilität und Veränderung von den Sparkassen eingebracht werden muss und nicht verhandelbar ist, gibt aber andererseits auch zu bedenken, dass ein massiver Eingriff in historisch gewachsene Strukturen muss gut überlegt sein muss. Als große Herausforderung für diesen Veränderungsprozess sieht er die Bürokratie.

Um trotz der schwierigen Ausgangslage erfolgreich zu sein, betont Schleweis: “Wir müssen unsere Mitarbeiter auf dem Weg der Veränderung mitnehmen und den Dialog mit den Kunden offen und transparent führen.” Er ist sich bewusst, dass Sparkassen sich verändern müssen und zitiert: “Wer nicht mir der Zeit geht, geht mit der Zeit”. “FinTechs kommen aus einer technischen Lösung und setzten diese perfekt um”. so Schleweis. Er betont, dass die Applikationen nicht ausreichen, um Banken wirklich gefährlich zu werden denn durch tolle Anwendungen wird beispielsweise das Sparken nicht lustig. Apps von FinTechs seien “nicht spaßfördernd”. Als wirkliche Gefahr stuft er FinTechs ein, die sich an die Kundenschnittstelle halten. “Wir müssen den Kundenkontakt behalten”, so Schleweis.”

Im anschließenden Gespräch sind sich die Experten einig, dass die Bandbreite der FinTechs zwar sehr groß ist, jedoch nicht alle zukunftsfähig sind. Die jungen Technologieunternehmen aus der Finanzbranche,  die am Ende übrig bleiben, haben ein Problem beim Kunden gelöst und werden dies skalieren.

“Ein komplett verändertes Kundenverhalten ist der Grund für den Erfolg der FinTechs”, so Jochen Siegert (Traxpay). Besonders hohes Potential für Fintechs sieht Siegert in den Bereichen, in denen Prozesse extrem einfach zu handeln sind und wo ein Massenmarkt dahinter steckt.  Karsten John (Gesellschaft für Konsumforschung) ermahnt die Sparkassen: “Sie sind nicht im Wettbewerb mit FinTechs sondern mit Direktbanken und Internetanbietern wie Amazon. Das Internet wird jetzt mobil und der Desktop ist nur nur für Recherchen zu Hause.” Franz-Theo Brockhoff (Finanzinformatik) betont die Schnittstellen zwischen Banken und FinTechs und die Chancen einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit: “Wir haben die Aufgabe die Inspiration und die Ideen der FinTechs schnell zu integrieren.” Laut Brockhoff werden 80 Prozent der FinTechs nicht überleben, deshalb müsse eine Art und Weise gefunden zu werden, wie Sparkassen sinnvoll mit FinTechs, in Form einer Pilotierung, zusammenarbeiten können, bis hin zu einer Exitstrategie. Dr. Joachim Schmalzl (DSGV) differenziert zwischen FinTechs die eine Lösung innerhalb der Wertschöpfungskette der Sparkassen anbieten und jede die sich an die Kundenschnittstelle hängen. Die FinTechs die direkt an der Kundenschnittstelle arbeiten, können laut Schmalzl den Sparkassen gefährlich werden. Es sei wichtig den Kundenkontakt zu behalten. Der Geschäftsführer des DSGV ist optimistisch: “Die Ausgangslage ist gar nicht so schwierig. Wir haben es selber in der Hand.” Zuerst gelte es mit paydirekt in die Breite zu gehen. Wenn die Sparkassen etwas machen habe es aufgrund der großen Kundenanzahl  relevanz, so Schmalzl.  „10.000 Kunden zu gewinnen, ist einfach” gesteht Dr. Joachim Schmalzl ein, aber Vertrauen aufbauen geht nur über Zeit, Geld und Kommunikation. Das große Vertrauen der Kunden sowie dichte Filialnetz der Sparkassen sei “ein riesen Vorteil”. Ab September sei P2P-Payment auch ohne Sparkassenkonto möglich. Jochen Siegert unterstreicht, dass die Digitalisierung nie endet und noch viele Hausaufgaben zu meistern gebe. Die Conversionoptimierung sei extrem relevant, da sehr viele Kunden schnell abfallen, so Siegert. “Das Girokonto ist Niedrig in der Priorität der Kunden.” Siegert gibt zu bedenken, dass Kunden Facebook und andere soziale Netzwerke nutzen, obwohl sie wissen, dass ihre Daten genutzt werden.  Auch Karsten John (GfK) sieht ein Problem darin, dass vor allem die jungen Deutschen sich nicht für Finanzen interessieren. Brockhoff sieht in der Regulatorik, Digitalisierung und den Niedrigzinsen die wichtigsten Zukunftsthemen für die Finanz Informatik und berichtet, dass sich der IT-Dienstleister der Sparkassen technisch auf Negativzinsen vorbereitet.

Expertenpanel „Digitaler Datenbrunnen – Big Data auf dem Vormarsch“

Juli Zeh (Juristin und Schriftstellerin) eröffnet das Panel mit einem spannenden, kritischen Impulsvortrag über das Thema Big Data: “In der heutigen digitalisierten Welt fallen ständig enorme Daten an.”

Die Algorithmen, die Daten automatisch auswerten arbeiten ähnlich wie Ikea-Montageanleitungen und erfüllen festgelegte Handlungsanweisungen. In diesem automatischen Vorgang sieht Zeh eine große Gefahr, beispielsweise könnten die vordefinierten Analyseparameter diskriminierend arbeiten. Zeh mahnt, dass die Politik gesetzlich festlegen müsse, welche Daten ermittelt und ausgewertet werden dürfen und welche nicht. Juli Zeh gibt auch zu bedenken, dass solche wichtigen Entscheidungen nicht von den Verbrauchern, sondern von der Politik getroffen werden müssen: “Es gibt eine Diskrepanz zwischen Verbrauerbewusstsein und Handlung. Die Verantwortung darf nicht auf die Verbraucher abgeladen werden sondern muss von der Politik getragen werden.”, so Juli Zeh.”Wir brauen eine Art TÜV für big data mining. Big data ist keine Naturgewalt, wir haben die Gestaltungsmacht.” In der Anschließenden Diskussion spricht sich Prof. Michael Ilg (DSV) dafür aus, dass Sparkassen Massendaten nutzen sollten, damit die Kundenberater auch Kunden optimal beraten können, die hauptsächlich online unterwegs sind und damit weniger Kontaktpunkte zur Sparkasse haben: “Wenn wir eine optimale Beratung machen wollen, müssen wir die online Daten verarbeiten”, dabei ist Ilg aber sehr wichtig, dass die Daten von der Sparkasse nicht weiterverkauft sondern ausschließlich zum Wohle der Kunden verwendet werden. Auch Dr. Oliver Bohl (Payback) sieht ein großes Potential in der Auswertung von Massendaten: “Daten geben uns die Chance wieder näher an die Kunden heran zu kommen. Wenn ich als Bank weiß, was der Kunde online macht, kann ich Kunden sehr gut beraten.” Zeh gibt dabei zu bedenken, dass das Ergebnis sei zwar ein maßgeschneidertes Angebot für den Kunden sei, das technische Verfahren dahinter jedoch intransparent und die Auswertung der Daten eine Art künstliche Intelligenz sei. “Es droht eine Verletzung des Gleichheitssatzes. Menschen werden entmündigt.” Klaus Bollhöfer (The Unbelievable Machine Company) ergänzt, dass die Ergebnisse der  big data Entscheidungen ausschließlich auf Wahrscheinlichkeiten beruhen “Algorithmen machen auch fehler!” Bollhöfer betont die Wichtigkeit, dass Banken verstehen wie Algorithmen funktionieren, warnt aber vor einem “zu ängstlichen Umgang“ mit dem Thema Big Data. Der Chief Data Analyst Bollhöfer stellt klar, dass in der digitalen Welt die Allianz von Google, Apple, Facebook und Amazon dominiert wird und es nicht trival ist in diesen internationalen Markt einzusteigen: “Wenn wir es nicht schaffen ähnlich attraktive Angebote zu schaffen, können wir uns nicht durchsetzen.”

Am Ende der spannenden Diskussion sind sich die Referenten einig, dass die Entscheidungsmacht letztendlich bei den Kunden liegt, denn die Kunden entscheiden, was sie nutzen und wem sie damit ihre Daten zur Verfügung stellen.

Persönliches Fazit des Sparkassentags in Düsseldorf

Der Sparkassentag war für mich sehr spannend und interessant, einerseits als Mitarbeiterin der Online-Redaktion und andererseits als Besucherin. Da ich mich persönlich intensiv mit dem Thema Digitalisierung der Finanzbranche beschäftige, habe ich Vorträge in diesem Themenbereich besucht. Dass in puncto Digitalisierung Handlungsbedarf besteht, hat der Sparkassenverband verstanden,  aber der Aufbruch in die digitale Welt ist noch recht zaghaft. Es wird zwar an ein paar Stellschrauben gedreht, es wurde aber keine völlig neue digitale Strategie erarbeitet. Ich persönlich hätte mir eine stärkere Bereitschaft zur Veränderung Seitens der Sparkassen gewünscht, wie es von einigen externen Referenten auch gefordert wurde. Es war aber trotzdem sehr spannend die Diskussionen auf den Bühnen zu verfolgen und im Nachgang mit anderen Konferenzbesuchern über diese Themen zu sprechen. Mein persönliches Highlight als Teilnehmerin am Sparkassentag war der Start von paydirekt für alle Sparkassen und der fachliche Austausch zum Beispiel mit Frank Schwab, dem Geschäftsführer des Kompetenzzentrum für innovative Online- und mobile Bezahlverfahren in der Sparkassen-Finanzgruppe (GIZS) oder dem Head of Digital Business Development von Payback Dr. Oliver Bohl. Mein Highlight als Mitarbeiterin des Newsdesks war hinter die Kulissen der Öffentlichkeitsarbeit einer so großen Veranstaltung blicken zu dürfen und mit anderen Kommunikationsexperten aus unterschiedlichen Bereichen im Team zusammenzuarbeiten.

Lassen Sie uns gemeinsam die Zukunft der Finanzbranche gestalten!

Alena Maria Kotter

Alena Maria Kotter

B.A. Sprache und Kommunikation

Alena Kotter hat sich auf digitale Kommunikation für Banken spezialisiert. Besonders wichtig ist ihr dabei die integrierte Betrachtung und Vernetzung der einzelnen Kommunikationskanäle. Sie hält Vorträge auf Konferenzen und teilt ihr Fachwissen in Social Media, Fachmedien und Blogs.

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